Fort- und Weiterbildungen für Existenzgründer und Führungskräfte aus Kleinen und Mittelständischen Unternehmen

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KfW Mittelstandsbank

Die KfW Mittelstandsbank hat spezielle Programme für Existenzgründer. Diese Fördermittel stehen jedem Gründer offen, dessen Gründungssitz in Deutschland liegt. Zu den Programmen der KfW Mittelstandsbank gehören das Unternehmerkapital (ERP-Kapital für Gründung), das neue KfW-StartGeld (zusammengesetzt aus StartGeld und Mikro-Darlehen) und der Unternehmerkredit. Da diese Programme zu den wichtigsten Fördermitteln für Existenzgründer gehören, sollen sie nun im Einzelnen vorgestellt werden.

Unternehmerkapital (ERP-Kapital für Gründung)

Das Unternehmerkapital ist unterteilt in drei Programme. Neben dem ERP-Kapital für Gründung gibt es noch das ERP-Kapital für Wachstum und das Kapital für Arbeit und Investitionen. Da sich aber nur das ERP-Kapital für Gründer an Existenzgründer richtet, wird auf eine Erläuterung der anderen beiden Modelle verzichtet.

Das ERP-Kapital für Gründung ersetzt das für Gründer so wichtige Eigenkapital. Es verbessert einerseits die Liquidität und erleichtert andererseits die Aufnahme von Fremdkapital, das zur Finanzierung des Unterfangens häufig benötigt wird. Gefördert werden nicht nur Gründungsvorhaben, die eine freiberufliche oder gewerbliche Existenz als Haupterwerb zum Ziel haben, sondern auch junge Unternehmen, die Festigungsmaßnahmen innerhalb von zwei Jahren nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit durchführen. Nicht berücksichtigt werden hingegen Sanierungsfälle und Unternehmen in Schwierigkeiten im Sinne der Europäischen Kommission sowie Vorhaben zur Herstellung, Verarbeitung oder Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse.

Voraussetzung für die Förderung ist, dass sich die Selbständigkeit als tragfähig erweist und dass der Antragsteller über die erforderliche fachliche und kaufmännische Qualifikation sowie über eine ausreichende unternehmerische Entscheidungsfreiheit verfügt. Außerdem werden Fördermittel nur dann gewährt, wenn eine Umsetzung des Vorhabens ohne diese Gelder nicht möglich ist. Dies gilt auch für Gründungen in Form von Betriebsübernahmen.

Den Antrag können Existenzgründer stellen, die ihren Hauptwohnsitz in Deutschlandhaben. Das heißt, Sie müssen nicht unbedingt deutscher Staatsbürger sein. Es reicht aus, wenn Sie aus den Mitgliedstaaten der EU oder EFTA stammen oder eine gültige Aufenthaltsgenehmigung auf Grundlage von § 21 AufenthG vorweisen können. Die Antragstellung muss vor Aufnahme der selbständigen Tätigkeit erfolgen. Den Antragselbst stellen Sie bei Ihrer Hausbank oder einem Kreditsinstitut Ihrer Wahl.

Neben dem eigentlichen Antragsvordruck benötigen Sie zahlreiche Unterlagen, die die Wirtschaftlichkeit Ihres geplanten Unternehmens belegen. Dies sind im Einzelnen der Businessplan und die Umsatz- und Rentabilitätsvorschau, die Stellungnahme einer fachkundigen Stelle, die Anlage für gewerbliche Antragsteller, die Anlage „De-minimis-Beihilfen“, die Anlage „Besitz- und Beteiligungsverhältnisse“, die Risikoanlagen A und B, das statistische Beiblatt „Investitionen allgemein“, die Selbsterklärung zur Einhaltung des KMU-Rahmens und die aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung.

Die beabsichtigten Investitionen müssen notwendig für die Aufnahme der selbständigen Tätigkeit sein. Darunter fallen Investitionen in Gebäude und Grundstücke, Baunebenkosten, die Betriebs- und Geschäftsausstattung, der Kaufpreis eines Unternehmens, die Finanzierung eines Warenlagers sowie branchenübliche Markt-erschließungsaufwendungen. Zu letzteren zählen beispielsweise die Kosten für Beratung, die Erstellung von Marketingstrategien bzw. Werbekonzepten sowie die Aufwendungen für Marktforschung, Weiterbildung und Teilnahme an Konferenzen.

Beachten Sie, dass Sie mindestens 15 Prozent der gesamten Investitionssumme aus eigenen Mitteln erbringen müssen. Mit dem ERP-Kapital für Gründung lassen sich die Eigenmittel auf maximal 40 Prozent des Kapitalbedarfs anheben. Den Rest finanziert für gewöhnlich Ihre Hausbank. Der Höchstbetrag liegt hierbei bei 500.000 Euro je Antragsteller. Möglich ist es außerdem, eine Kombination mit anderen Fördermitteln – das schließt auch weitere ERP-Programme mit ein – zu wählen.

Die Kreditlaufzeit beträgt normalerweise zehn Jahre, unter Umständen auch 15 Jahre. Doch spätestens bis zur Vollendung des 70. Lebensjahres müssen Sie das Darlehen zurückgezahlt haben. Da der Zinssatz in den ersten vier Jahren um eine bestimmte Anzahl von Prozentpunkten verbilligt wird, ist er von der Entwicklung des Kapitalmarktes abhängig. Derzeit (2014) beträgt der Zinssatz im ersten Jahr 0 Prozent, im zweiten Jahr 2 Prozent, im dritten Jahr 3 Prozent und im vierten Jahr 4 Prozent. Für das fünfte bis zehnte Jahr greift der geltende Nominalzinssatz. Dieser beträgt bei einer Laufzeit von 15 Jahren derzeit (2014) zwischen 4,5 und 4,75 Prozent.

Die ersten sieben Jahre sind tilgungsfrei. Danach erfolgt die Tilgung in 16 Raten, die halbjährlich zu entrichten sind. Falls der Antragsteller älter als 55 Jahre ist, reduziert sich die tilgungsfreie Zeit um die Zahl der Jahre über 55. Beschließen Sie eine vorzeitige Tilgung, müssen die vom ERP-Sondervermögen übernommenen Zinsen nachträglich geleistet werden. Eine Tilgung, die im Zusammenhang mit der Beendigung der selbständigen Existenz steht, ist von dieser Reglung allerdings ausgenommen.

StartGeld bzw. KfW-StartGeld

Das KfW-StartGeld soll zu einer Verbesserung der Finanzierungsbedingungen von Gründern und kleinen Unternehmern führen. Der Kredithöchstbetrag des KfW-StartGelds liegt bei 100.000 Euro bei einer Laufzeit von fünf bzw. zehn Jahren. Das erste bzw. die ersten beiden Jahre sind tilgungsfrei. Eine Antragstellung ist innerhalb der ersten drei Jahre nach der Gründung möglich – auch im Nebenerwerb, sofern die Unternehmung mittelfristig zum Vollerwerb wird. Es kann außerdem von einer kostenfreien außerplanmäßigen Tilgung Gebrauch gemacht werden.

Das StartGeld ist gedacht für Existenzgründer, Freiberufler und kleine Unternehmen (höchstens 100 Beschäftigte), deren Kreditbedarf maximal 100.000 Euro beträgt. Den Antrag können all diejenigen stellen, die über die notwendigen fachlichen und kaufmännischen Qualifikationen verfügen. Ausgeschlossen davon sind Sanierungsfälle und Unternehmen in Schwierigkeiten im Sinne der Europäischen Kommission.

Finanziert werden alle Formen der Existenzgründung, worunter beispielsweise betrieblich bedingte Investitionen oder die Übernahme einer tätigen Beteiligung fallen. Überlegen Sie, eine Personen- oder Kapitalgesellschaft zu gründen, ist eine aktive Teilnahme am Unternehmen obligatorisch. In solch einem Fall müssen Sie als Antragsteller Anteile am Gesellschaftskapital halten und zum Geschäftsführer bestellt sein. Planen Sie, das Unternehmen zunächst als Nebenerwerb zu führen, müssen Sie innerhalb eines klar definierten Zeitraums zu einem Vollerwerbsbetrieb wechseln. Andernfalls erhalten Sie keine Fördermittel.

Wie schon bei dem ERP-Kapital für Gründung stellen Sie den Antrag nicht bei der KfW, sondern bei Ihrer Hausbank oder einem von Ihnen ausgewählten Kreditinstitut. Beachten Sie auch hier, dass Sie das StartGeld vor Beginn Ihres Vorhabens beantragen müssen. Zusätzlich zum Antragsvordruck sind zur Antragstellung der Businessplan, die Umsatz- und Rentabilitätsvorschau sowie die Risikoanlage A erforderlich. Ein Rechtsanspruch auf das StartGeld besteht nicht.

Der maximale Kreditbetrag liegt bei 100.000 Euro. Hierbei beträgt der Finanzierungs-anteil bis zu 100 Prozent des Gesamtfinanzierungsbedarfs. Eine Kombination mit anderen Förderkrediten ist zwar nicht möglich, doch Sie können parallel zum StartGeld den bereits erläuterten Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit in Anspruch nehmen.

Die Kreditlaufzeit beträgt bis zu zehn Jahre. Davon sind maximal die ersten beiden Jahre tilgungsfrei. Der Zinssatz für das StartGeld orientiert sich an der Entwicklung des Kapitalmarktes und ändert sich dementsprechend regelmäßig. Er ist festgelegt für die gesamte Kreditlaufzeit und beträgt derzeit (2014) 2,85 Prozent (effektiv). Die Tilgungerfolgt in halbjährlichen Raten. Während der tilgungsfreien Zeit sind lediglich die Zinsen auf die entsprechenden Kreditbeträge zu entrichten. Wenn Sie es wünschen, können Sie den noch ausstehenden Kreditbetrag vorzeitig tilgen.

Unternehmerkredit

Der Unternehmerkredit ist von den hier vorgestellten Fördermitteln das größte Programm. Er ist für Existenzgründer, Freiberufler und mittelständische Unternehmen, die in Deutschland zu investieren beabsichtigen. Die Darlegung der fachlichen und kaufmännischen Eignung ist hier obligatorisch. Handelt es sich bei dem Antragsteller um ein gewerbliches Unternehmen, kommt hinzu, dass sich dieses mehrheitlich in Privatbesitz befinden muss. Hierbei darf der Gruppenumsatz des Unternehmens 500 Mio. Euro nicht überschreiten. Für alle Antragsteller gilt grundsätzlich, dass die jeweilige Unternehmung wettbewerbsfähig sein muss und positive Zukunftsaussichten hat. Wie üblich sind Sanierungsfälle und Unternehmen in Schwierigkeiten im Sinne der Europäischen Kommission von der Förderung ausgeschlossen.

Mit dem Unternehmerkredit kann all das finanziert werden, was langfristig erforderlichist. Dazu gehören beispielsweise Gebäude und Grundstücke, Baumaßnahmen, Maschinen und Anlagen sowie die Material-, Waren- und Ersatzteillagerausstattung. Der Unternehmerkredit deckt hierbei bis zu 100 Prozent der förderfähigen Investitionskosten.

Stellen Sie den Antrag bei Ihrer Hausbank oder einem Kreditinstitut. Berücksichtigen Sie, dass Sie dies vor Aufnahme Ihrer selbständigen Arbeit tun müssen, um die Fördermittel bewilligt zu bekommen. Zusätzlich zum entsprechenden Vordruck ist die Anlage für gewerbliche Antragsteller und das statistische Beiblatt „Investitionen allgemein“ für die Antragstellung erforderlich.

Die maximale Förderhöhe liegt bei zehn Mio. Euro. Die Laufzeit beträgt normalerweise bis zu zehn Jahre. Davon sind höchstens die ersten beiden Jahretilgungsfrei. Bei besonderen Investitionsvorhaben – mindestens zwei Drittel der förderfähigen Investitionskosten müssen auf Grunderwerb, gewerbliche Baukosten oder den Erwerb von Unternehmen und Beteiligungen entfallen – kann eine Laufzeit von bis zu 20 Jahren vereinbart werden. Die tilgungsfreie Zeit wird in diesem Fall auf maximal drei Jahre erhöht. Beachten Sie auch hier, dass Sie den Unternehmerkredit nicht mit anderen Förderprogrammen kombinieren können.

Der Unternehmerkredit bietet einen risikogerechten Zinssatz an. Risikogerecht bedeutet, dass sich die Höhe des Zinssatzes aus den wirtschaftlichen Verhältnissen des Antragstellers und der Werthaltigkeit der geleisteten Sicherheiten ergibt. Je solider Ihre Verhältnisse und Sicherheiten sind, desto geringer fällt demnach der Zinssatz aus. Die Hausbank ermittelt die Bonität des Antragstellers, woraufhin dieser in eine von sieben Preisklassen eingeordnet wird. Jede Preisklasse ist wiederum durch eine individuelle Zinsspanne gekennzeichnet. Derzeit (2014) beträgt der Zinssatz bei 4,40 Prozent (5,27 Prozent effektiv). Die Tilgung erfolgt in gleich hohen halbjährlichen Raten. Während der tilgungsfreien Zeit sind lediglich die Zinsen zu entrichten. Eine vorzeitige Tilgung des noch ausstehenden Kreditbetrages ist nur während der ersten Zinsbindungsphase möglich.

Aktualisiert am 10. September 2014