Fort- und Weiterbildungen für Existenzgründer und Führungskräfte aus Kleinen und Mittelständischen Unternehmen

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Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer beträgt derzeit 19 Prozent. Sie wird auf all Ihre gelieferten Waren bzw. erbrachten Dienstleistungen erhoben. Ausgenommen sind Waren wie Lebensmittel und Bücher, die lediglich mit 7 Prozent besteuert werden. Wenn Sie Ihrem Kunden oder Auftraggeber einen Preis nennen, sollte dieser die Umsatzsteuer bereits enthalten, und vergessen Sie nicht, den Umsatzsteuersatz auf der Rechnung anzugeben. (Hinweise, wie Sie eine Rechnung schreiben, finden Sie im Kapitel Buchführung.) Bei Rechnungen über 150 Euro müssen Steuersatz und –betrag gesondert aufgeführt werden.

Kaufen Sie Waren ein, müssen Sie ebenfalls die Umsatzsteuer abführen. Diese zweite Umsatzsteuer, auch Vorsteuer genannt, wird allerdings mit der ersten Umsatzsteuer  verrechnet, sodass lediglich der von Ihnen geschaffene Mehrwert besteuert wird.

Beispiel: Sie verkaufen Waren im Wert von 600 Euro. Dazu addieren Sie die 19-prozentige Umsatzsteuer, sodass die Rechnungssumme – also die Summe, die Sie in Rechnung stellen – schlussendlich 714 Euro beträgt. (600 Euro Warenwert + 114 Euro Umsatztsteuer = 714 Euro Rechungssumme.) Im gleichen Monat erwerben Sie für 500 Euro Waren bei Ihrem Lieferanten. Dieser berechnet Ihnen ebenso die 19-prozentige Umsatzsteuer (Vorsteuer), sodass Sie ihm 595 Euro überweisen müssen. (500 Euro Warenwert + 95 Euro Umsatzsteuer = 595 Euro Rechnungssumme). Da Ihnen allerdings die Vorsteuer von der Umsatzsteuer abgezogen wird, beträgt die an das Finanzamt abzuführende Zahllast nur noch 19 Euro. (114 Euro Umsatzsteuer – 95 Euro Umsatzsteuer (Vorsteuer) = 19 Euro Zahllast).

Wie schon im Kapitel Anmeldung beim Gewerbe- und Finanzamt angemerkt, können Sie unter Umständen die Umsatzsteuer umgehen, indem Sie die Kleinunternehmerreglung in Anspruch nehmen. Dies hat aber auch zur Folge, dass Sie die Vorsteuer nicht zurückfordern dürfen, was manchmal – dann nämlich, wenn die Vorsteuer höher ist als die Umsatzsteuer und ein Steuerüberhang zu Ihren Gunsten entsteht – ein klares Verlustgeschäft bedeutet.

Innerhalb der ersten beiden Jahre erfolgt die Abführung der Umsatzsteuer an das Finanzamt monatlich. Später – je nach Höhe der Umsätze – monatlich, viertel- oder ganzjährlich. Sie haben bis zum 10. des Folgemonats Zeit, Ihre Steuern zu bezahlen. Mit Säumniszuschlägen oder Schlimmeren müssen Sie dann rechnen, wenn sich mit der Zahlung mehr als fünf Tage verspäten. Es macht folglich Sinn, dieDauerfristverlängerung auf dem „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ zu beantragen. Auf diese Weise können Sie sich mit der Abführung der Umsatzsteuer einen Monat länger Zeit lassen.

Aktualisiert am 10. September 2014