Fort- und Weiterbildungen für Existenzgründer und Führungskräfte aus Kleinen und Mittelständischen Unternehmen

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Einkommensteuer

Als Freiberufler, Gewerbetreibender oder Gesellschafter einer Personengesellschaft sind Sie einkommensteuerpflichtig. Die Einkommensteuer wird auf Ihren Gewinn erhoben, der sich wiederum aus den Einkünften aus Ihrer selbst- und auch nichtselbständigen (z.B. Kapitalvermögen oder Vermietung und Verpachtung von Immobilien) Tätigkeit sowie aus bestimmten Ausgaben zusammensetzt. Zu diesen Ausgaben, die Ihre Steuerschuld verringern, gehören Betriebsausgaben (näheres dazu im Abschnitt Absetzmöglichkeiten) und Sonderausgaben. (Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung, private Lebensversicherung, Rentenversicherung mit und ohne Kapitalwahlrecht sowie Kapitallebensversicherung. Außerdem Unterhaltszahlungen, gezahlte Kirchensteuer, Spenden, Steuerberatungskosten, Aufwendungen für Berufs- und Weiterbildung sowie Mitgliedsbeiträge.)

Der Steuersatz steigt mit zunehmendem Einkommen an und beträgt derzeit (2007) zwischen 15 Prozent und 45 Prozent (42 Prozent + 3 Prozent Reichensteuer). Die Einkommensteuer erhöht sich allerdings noch um den Solidaritätszuschlag (5,5 Prozent der Einkommensteuer) und eventuell um die Kirchensteuer (zwischen 8 und 9 Prozent der Einkommensteuer).

Einkommensteuerpflichtig sind Sie erst ab einem Gewinn – also Ihre Einkünfte abzüglich der Betriebsausgaben, Versicherungsbeiträge und Sonderausgaben – von 7.664 Euro. Was darunter liegt, wird nicht versteuert, was insbesondere Existenzgründern ohne große Umsätze zugute kommt. Diesen Grundfreibetrag darf selbstredend jeder Selbständige steuerfrei verdienen, was bedeutet, dass 7.664 Euro von der Berechnung immer verschont bleiben. Übrigens: Der Gründungzuschuss sowie das Einstiegsgeld zählen nicht in den Gewinn mit rein und werden somit nicht versteuert.

Zu den Betriebsausgaben sei noch angemerkt, dass Sie nicht jede Ausgabe sofort und in voller Höhe abschreiben dürfen. Größere Anschaffungen ab 410 Euro werden auf mehrere Jahre verteilt und als Ausgaben geltend gemacht. Hierbei müssen Sie sich zwischen eine „lineare“, „degressive“, und „leistungsbezogene“ Abschreibung entscheiden. „Linear“ bedeutet, dass Sie über den vorgeschriebenen Zeitraum immer denselben Betrag abschreiben lassen. Bei der „degressiven“ Variante verringert sich allmählich der abzuschreibende Wert. Bei der „leistungsbezogenen“ Abschreibung ergibt sich der jährlich abzuschreibende Betrag aus der konkreten Nutzung des jeweiligen Wirtschaftsgutes. Im Zuge der Unternehmenssteuerreform soll die „degressive“ Abschreibungsvariante ersatzlos gestrichen werden.

Berücksichtigen Sie in Ihrer Steuer- und Finanzplanung, dass Sie gegebenenfalls Einkommensteuervorauszahlungen leisten müssen. Nach Abgabe Ihrer ersten Einkommensteuererklärung werden Sie vom Finanzamt geschätzt und zu vierteljährlichen  Vorauszahlungen – immer zum 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember –  aufgefordert. Ihre Einkommensteuererklärung geben Sie nach Abschluss des Geschäftsjahres bis zum 31. Mai des Folgejahres beim Finanzamt ab. Sollten Sie den Termin nicht einhalten können, bitten Sie das Finanzamt um einen kleinen Aufschub. Dieser wird in der Regel gewährt.

Da Sie im ersten Jahr Ihrer Selbständigkeit keine Einkommensteuer abführen, ist es mehr als empfehlenswert, Geld in Höhe der zu erwartenden Steuerlast einzubehalten und nicht als Investitionskapital zu betrachten. Sobald Ihre Steuererklärung ausgewertet wurde, müssen mögliche Fehlbeträge innerhalb von vier Wochen an das Finanzamt überwiesen werden. Sollten Sie zu diesem Zeitpunkt Liquiditätsschwierigkeiten haben und den Betrag nicht zahlen können, ist Ihre gesamte selbständige Existenz gefährdet.

Aktualisiert am 10. September 2014