Fort- und Weiterbildungen für Existenzgründer und Führungskräfte aus Kleinen und Mittelständischen Unternehmen

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Unternehmenskrise

Da Unternehmenskrisen häufig hausgemacht sind, treten sie nicht zwangsläufig in wirtschaftlich schlechten Zeiten auf. Die Ursache für derartige Krisen liegt meistens in Planungsfehlern. Aber auch Fehler bei der Produkt- und Preisgestaltung sowie bei der Besetzung von Führungspositionen können Unternehmenskrisen zur Folge haben. Es ist daher von äußerster Wichtigkeit, dass Sie Anzeichen einer Krise früh erkennen und schnell reagieren.

Suchen Sie nach den Ursachen und trennen Sie nach internen und externen Gründen. Korrigieren Sie Ihren Finanzplan, wenn sich beispielsweise herausstellt, dass Sie die Marktentwicklung falsch eingeschätzt haben. Berücksichtigen Sie mögliche Umsatzeinbußen und fragen Sie Ihre Hausbank nach einem alternativen Finanzierungsmodell. Überprüfen Sie in jedem Fall die Preise und nehmen Sie Einsparungen vor, wenn Ihr Angebotspreis mit dem der Konkurrenz nicht mithalten kann. Womöglich können Sie Ihre Kosten senken, indem Sie Rohstoffe oder Vorprodukte günstiger einkaufen, den Verbrauch an Strom, Gas und Wasser senken oder Personaleinsparungen vornehmen. (Letzteres sollten Sie nur dann tun, wenn Sie gar keinen anderen Ausweg sehen.) Damit Ihr Angebotspreis konkurrenzfähig wird, können Sie auch zusätzliche Serviceleistungen anbieten.

Externe Gründe für eine Unternehmenskrise könnten in einer Änderung des Kundenverhaltens oder in neu entwickelten Produkten bzw. Dienstleistungen der Konkurrenz liegen. Sollte sich ersteres bewahrheiten, müssen Sie sich dem neuen Kundenverhalten anpassen und Ihr Produkt bzw. Ihre Dienstleistung entsprechend umgestalten. Tritt zweites ein, müssen Sie sich für Ihr Produkt bzw. für Ihre Dienstleistung Innovationen überlegen, damit es bzw. sie wieder an Attraktivität gewinnt.

Wie Sie einer Krise begegnen, hängt auch davon ab, wie weit diese schon fortgeschritten ist. Handelt es sich um ein frühes Stadium, kann die Krise womöglich noch mit einer neuen strategischen Ausrichtung abgewendet werden. Überprüfen Sie alle Geschäftsfelder auf ihre Wirtschaftlichkeit, senken Sie im Rahmen Ihrer Möglichkeiten die Unkosten und überlegen Sie, ob es sich lohnt, Ihre Produktpalette zu erweitern oder neue Märkte zu erschließen. Halten Sie Rücksprache mit Ihren Kunden bzw. Auftraggebern – vielleicht in Form einer kleinen Umfrage –, und sorgen Sie für mehr Zufriedenheit. Um eine Illiquidität zu vermeiden, können Sie mögliche Forderungen an Inkassofirmen übergeben, neues Beteiligungskapital besorgen oder die Kreditumfänge erhöhen.

Bei einer anhaltenden Krisensituation sollten Sie sich Gedanken über eine Sanierung Ihres Unternehmens machen. Falls Sie Angestellte haben, überzeugen Sie diese von der Notwendigkeit bestimmter Veränderungen oder Sparpläne. Suchen Sie sich in jedem Fall einen externen Fachmann – z.B. einen Unternehmensberater –, der Ihr Unternehmen gründlich analysiert und Ihnen während der gesamten Sanierungsphase beratend zur Seite steht. Achten Sie bei der Überprüfung Ihres Unternehmenskonzeptes darauf, ob Ihr Produkt bzw. Ihre Dienstleistung immer noch so gefragt ist wie früher, ob sich auf Ihrem Markt neue Trends abzeichnen oder ob Ihr Markt gesättigt ist. Stabilisieren Sie die Rentabilität, indem Sie die Organisation Ihres Unternehmens straffen, eine leistungsbezogene Vergütung erwägen oder nach externen Investoren suchen. Bedenken Sie allerdings, dass die von Ihnen durchgeführten Maßnahmen eine gewisse Zeit brauchen, bis sich erste Erfolge einstellen.

Droht Ihnen gar eine Zahlungsunfähigkeit (Insolvenz), müssen Sie schnell handeln. Informieren Sie sich über Ihre Rechte und Pflichten und schalten Sie umgehend einen Insolvenzberater ein. Da auch das Finanzamt und die Krankenkassen Insolvenzverfahren beantragen können, vernachlässigen Sie keinesfalls die entsprechenden Zahlungen. Seien Sie in Krisenzeiten Ihrer Bank gegenüber offen und transparent. Wenn Ihnen die Bank einmal das Vertrauen entzogen hat, müssen Sie damit rechnen, dass Kontostände eingefroren oder eingeräumte Kredite gekündigt werden.

Um sich darüber bewusst zu werden, was bei einer Unternehmenskrise zu tun ist, beantworten Sie die folgenden Fragen.

Checkliste: Unternehmenskrise

  • Gibt es eindeutige Hinweise für eine Unternehmenskrise– z.B. zurückgehende Umsätze?
  • Können Sie die Ursachen für die Krise genau benennen und schnell erste Maßnahmen zur Krisenbewältigung in die Wege leiten?
  • Haben Sie über weitere Strategien (Sanierung) nachgedacht, falls die Krisensituation über einen längeren Zeitraum anhält?
  • Sind Sie im Falle einer Insolvenz über Ihre Rechte und Pflichten informiert?

Aktualisiert am 10. September 2014