Fort- und Weiterbildungen für Existenzgründer und Führungskräfte aus Kleinen und Mittelständischen Unternehmen

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Selbständig vor der Selbständigkeit

Um sich nicht gleich dem vollen Risiko einer Existenzgründung auszusetzen, können Sie Ihre Selbständigkeit langsam aufbauen. Es gibt Wege, eigene unternehmerische Fertigkeiten auf die Probe zu stellen, ohne gleich ins kalte Wasser springen zu müssen. So können Sie beispielsweise erst einmal nebenberuflich selbständig tätig sein. Dadurch haben Sie nicht nur Gelegenheit, sich selbst und Ihr Können unter Beweis zu stellen, sondern auch, die Tragfähigkeit Ihrer Geschäftsidee ausführlich zu testen. Sobald Sie mit Ihrer Entwicklung zufrieden sind und erste unternehmerische Erfolge aufweisen, können Sie Ihr selbständiges Betätigungsfeld stufenweise erhöhen und gänzlich zu einer Vollexistenz wechseln. Achten Sie lediglich darauf, dass Ihr Chef über die nebenberufliche Tätigkeit Bescheid weiß. Solange Sie der Firma keine Konkurrenz machen und Ihre Leistung unter der Doppelbelastung nicht leidet, dürfen Ihnen – rechtlich gesehen – keine Steine in den Weg gelegt werden.

Wenn Sie schon offiziell selbständig arbeiten, dies jedoch ausschließlich für einen Auftraggeber tun, sind Sie der Form nach scheinselbständig. Der einzige Unterschied zu einem regulären Angestelltenverhältnis ist der, dass Sie keinen Arbeitsvertrag besitzen. Ansonsten weisen Sie alle Merkmale eines Angestellten auf, was beinhaltet, dass Sie vor Ort arbeiten und nach Weisung handeln. Derartige Schein-selbständigkeiten sind das Resultat einer zunehmenden Sparpolitik in fast allen Wirtschaftszweigen. Der Arbeitgeber muss keine Sozialabgaben leisten und ist an keinerlei Kündigungsfrist gebunden. Auch einer möglichen Abfindung an den Arbeitnehmer beugt er damit vor. Stehen Sie derzeit in einem solchen Arbeitsverhältnis, sollten Sie darüber nachdenken, ob Sie nicht ganz auf eine selbständige Existenz umsatteln können. Vielleicht besitzen Sie durch Ihre Tätigkeit inzwischen so viele Kontakte, dass Sie auch anderweitig Aufträge erhalten können. Sondieren Sie Ihre Möglichkeiten und erweitern Sie Schritt für Schritt Ihren Kundenstamm. Hiermit verhindern Sie, dass Sie sich vollständig abhängig von einem Auftraggeber machen. Gehen Sie offensiver mit Ihren Fähigkeiten um und geben Sie Ihrem vermeintlichen Vorgesetzten zu verstehen, dass er auf Ihre Dienste nur schwerlich wird verzichten können. Falls Sie ein normales Angestelltenverhältnis (mit allen Vor- und Nachteilen) bevorzugen, können Sie eventuell auf diese Weise ein solches durchsetzen.

Eine Variation der Scheinselbständigkeit ist die freie Mitarbeit. In einigen Berufs-zweigen ist es inzwischen üblich, vor allem freie Mitarbeiter zu beschäftigen Will man beispielsweise in Medienberufen (Journalismus / Öffentlichkeitsarbeit)  Fuß fassen, ist die freie Mitarbeit häufig der einzige Weg. Natürlich ist es auch hier möglich, sich aus dem Abhängigkeitsverhältnis zu lösen und eine freiberufliche Vollexistenz aufzubauen. Dies ist gegenüber anderen Berufen allerdings ungleich schwerer, da die Arbeits-intensität in Redaktionen und Pressestellen recht hoch ist und nur bedingt Raum zur freien Gestaltung lässt. In Medienberufen spricht man daher auch von festen Freien. Im Prinzip unterscheidet feste Freie nicht viel von freien Mitarbeitern, höchstens insofern, als dass der Auftraggeber ein Mindestauftragsvolumen garantiert und ein monatliches festes Honorar zahlt. Dies hat aber wiederum zur Folge, dass sich der feste Freie noch stärker an den Auftraggeber bindet.

Aktualisiert am 9. September 2014