Fort- und Weiterbildungen für Existenzgründer und Führungskräfte aus Kleinen und Mittelständischen Unternehmen

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Freiberufler

Freiberufler unterscheiden sich von Gewerbetreibenden hauptsächlich in steuerrechtlicher Hinsicht. Freiberufler benötigen keinen Gewerbeschein und zahlen keine Gewerbesteuer. Ihre Einkommensteuererklärung erstellen sie auf der Basis einer einfachen Einnahmen- und Ausgabenberechnung. Darüber hinaus zeichnen sich freie Berufe durch einen ideellen Arbeitseinsatz aus, d.h., bei ihnen geht es nicht in erster Linie um den Erwerb oder Verkauf einer bestimmten Ware oder Dienstleistung. Freilich ist es nicht immer ganz einfach, Freiberufler von Gewerbetreibenden klar zu unterscheiden. Es kommt häufiger vor, dass ein Geschäftmodell sowohl freiberufliche als auch gewerbliche Elemente enthält. Gerade in wirtschaftlich instabilen Zeiten, in denen man als Selbständiger gezwungen ist, neue Märkte zu erschließen und sich komplexen Situationen anzupassen, entstehen Mischformen, die sich nicht eindeutig zuordnen lassen. Verschaffen Sie sich daher Gewissheit, falls Sie sich über Ihre Einordnung noch unklar sein sollten. Fordern Sie eine verbindliche Auskunft vom Finanzamt an, damit Sie keine bösen Überraschungen erleben. Nicht selten passiert es nämlich, dass Gründern ihr freiberuflicher Status aberkannt wird und diese zu einer Nachzahlung der Gewerbesteuer verdonnert werden. Dies kann noch bis zu sieben Jahren nach der Gründung geschehen.

Der klassische Freiberufler besitzt in der Regel eine akademische Ausbildung. In besonderen Fällen qualifiziert aber auch eine Lehre bzw. autodidaktisches Erlernen zu einer freiberuflichen Tätigkeit. Das Partnergesellschaftsgesetz (§ 1, Abs. 2) definiert dies wie folgt: „Die freien Berufe haben im Allgemeinen auf der Grundlage besonderer beruflicher Qualifikationen oder schöpferischer Begabung die persönliche, eigenverantwortliche und fachlich unabhängige Erbringung von Dienstleistungen höherer Art im Interesse der Auftraggeber und der Allgemeinheit zum Inhalt.“ Es wird in die Berufsgruppen (Katalogberufe) Heilberufe (Ärzte, Heilpraktiker, Apotheker etc.), rechts-, steuer- und wirtschaftsberatende Berufe (Rechtsanwälte, Steuerberater, Notare, Wirtschaftsprüfer etc.), naturwissenschaftliche und technische Berufe (Ingenieure, Architekten, Lotsen etc.), informationsvermittelnde Berufe (Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher etc.) sowie Kulturberufe (Schriftsteller, Schauspieler, Musiker etc.) unterteilt. Eine Liste mit sämtlichen freien Berufen finden Sie im Anhang.

Berufe, die den Katalogberufen „ähnlich“ sind, zählen unter Umständen auch zu den freien Berufen. Hierbei ist entscheidend, dass die berufliche Tätigkeit mit einem Katalogberuf vergleichbar ist und Sie dieselben Nachweise erbringen. Weitere Informationen dazu finden Sie auf http://www.freie-berufe.de.

Normalerweise arbeiten Freiberufler alleine. In einigen Fällen – wie zum Beispiel bei Ärzten oder Anwälten – ist es allerdings nicht ungewöhnlich, dass sich Freiberufler mit Gleichgesinnten zusammentun und eine Praxis oder Kanzlei gründen. Schließen sich zwei oder mehr Freiberufler zusammen, entsteht eine Freiberufler-GbR. Dazu ist es nicht einmal erforderlich, einen offiziellen Gesellschaftsvertrag abzuschließen. Häufig reicht es schon aus, wenn Freiberufler zusammenarbeiten und sich gemeinsam auf dem Markt präsentieren. (Mehr Informationen zur GbR finden Sie im Kapitel Rechtsformen.)

Beantworten Sie die folgenden Fragen tendenziell mit „ja“, üben Sie mit ziemlicher Sicherheit eine freiberufliche Tätigkeit aus:

Checkliste: Freiberufler

  • Zeichnet sich Ihr Beruf durch eine geistig-ideelle Leistung aus?
  • Besitzen Sie eine akademische Ausbildung?
  • Erfordert die Ausübung Ihres Berufs eine besondere Qualifikation?
  • Sind Sie wissenschaftlich, beratend, unterrichtend oder künstlerisch tätig?

Aktualisiert am 9. September 2014