Fort- und Weiterbildungen für Existenzgründer und Führungskräfte aus Kleinen und Mittelständischen Unternehmen

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Franchising

Beim Franchising erwerben Sie die Lizenz eines bekannten Unternehmens. Diese berechtigt Sie dazu, das jeweilige Unternehmenskonzept zu übernehmen und an einem anderen Standort zu verwenden. Sie vertreiben sozusagen als selbständiger Unternehmer mit eigenem Kapitaleinsatz die Produkt- oder Dienstleistungspalette Ihres Franchise-Gebers. In Deutschland gibt es derzeit rund 850 Franchise-Unternehmen, die Ihre Konzepte anbieten. Zu den bekanntesten Unternehmen gehören McDonald’s, Quelle, Sunpoint, Tchibo und Tui.

Den größten Kostenfaktor beim Franchising stellt die Grund- bzw. Einstiegsgebührdar. Die Höhe schwankt von Unternehmen zu Unternehmen, beträgt aber selten weniger als 20.000 Euro. Dazu kommt bei fast allen Franchise-Systemen eine laufende Gebühr – entweder in Form einer prozentualen Abgabe oder einer Pauschale. Vorsicht ist geboten, wenn Sie sich vertraglich dazu verpflichten sollen, eine bestimmte Produktmenge abzunehmen. Die Kosten dafür werden Ihnen immer in Rechnung gestellt, unabhängig davon, ob Sie verkaufen oder nicht.

Der größte Vorteil beim Franchising besteht darin, dass man ein Marketingkonzeptübernimmt, das bereits auf dem Markt erprobt wurde und sich – in der Regel – bewährt hat. Sie müssen sich weder um die Produktenwicklung noch um Werbung oder Logistik kümmern. Sie profitieren von einem kostengünstigen Einkauf und von einem effektiven Vertrieb. Ihnen wird ein Berater zur Seite gestellt, der bei geschäftlichen und fachlichen Problematiken Hilfestellung leistet. Darüber hinaus genießen Sie einen so genannten Gebietsschutz, was bedeutet, dass sich kein anderer Franchise-Nehmer unmittelbar in Ihrer Nähe niederlassen darf.

Demgegenüber stehen allerdings einige Nachteile. Neben einer eingeschränkten Wahl des Standortes und der vom Franchise-Geber auferlegten Offenlegung persönlicher Daten und Arbeitsstrukturen besitzen Sie kaum unternehmerische Freiheit. Durch die strikten Vorgaben und die Bindung an das Franchise-System laufen Franchise-Nehmer Gefahr, Pseudounternehmer zu werden, die einerseits ein besonders hohes finanzielles Risiko tragen, die aber andererseits keinerlei Mitbestimmungs- oder Arbeitnehmerrecht besitzen. Da es außerdem den einen oder anderen unseriösen Anbieter gibt, sollten Sie auf keinen Fall überstürzt handeln. Falls Sie also darüber nachdenken, sich einer Franchise-Kette anzuschließen, unterziehen Sie Konzept und Vertrag einer genauen Prüfung und lassen Sie sich von einem Experten beraten. Weitere Informationen erhalten Sie auch beim Deutschen Franchise-Verband e.V. in Berlin.

Wenn Sie die folgenden Fragen gewissenhaft und ehrlich bejahen können, ist Franchising eventuell die richtige Gründungsart für Sie:

Checkliste: Franchising

  • Sind Sie in der Lage, einen Kapitaleinsatz von mehreren zehntausend Euro aufzubringen?
  • Beflügelt es Ihre Arbeit, wenn Sie sich um Aufgabenbereiche wie Marketing, Produktentwicklung oder Logistik nicht      kümmern müssen?
  • Fühlen Sie sich sicherer, wenn der Franchise-Geber ein Auge auf Sie hat und Ihnen einen Berater zur Seite stellt?
  • Wollen Sie sich an ein Unternehmen binden und auf unternehmerische Freiheiten verzichten?

Aktualisiert am 9. September 2014