Fort- und Weiterbildungen für Existenzgründer und Führungskräfte aus Kleinen und Mittelständischen Unternehmen

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Eigenkapital

Am einfachsten und sichersten ist freilich eine Finanzierung durch Eigenkapital. Das finanzielle Risiko hält sich eher in Grenzen, da Sie sich weder verschulden noch die mit den Verbindlichkeiten einhergehenden Zinsen leisten müssen. Je mehr Eigenkapital Sie besitzen, desto stabiler ist das Fundament Ihre Unternehmung. Sie beugen finanziellen Engpässen vor und verbessern Ihre Liquidität. Es hat aber noch weitere Vorteile, über ein gewisses Eigenkapital zur verfügen. Falls Sie doch einen Kredit oder eines der zahlreichen Förderdarlehen aufnehmen möchten, verlangt die Bank Sicherheiten. Diese Sicherheiten können wiederum durch Eigenkapital in Form von Sparguthaben, Wertpapieren, Sachanlagen oder Eigenleistungen erbracht werden.

Das Eigenkapital sollte im Regelfall mindestens 15 – 20 Prozent der Investitionskosten abdecken. Allerdings ist es nicht jedem Gründer möglich, Eigenkapital in dieser Höhe aufzubringen. Insbesondere diejenigen, die aus der Arbeitslosigkeit gründen, haben unter Umständen ihre finanziellen Reserven bereits aufgebraucht und verfügen nicht mehr über die erforderliche Summe. Hierfür hat der Bund spezielle Fördermöglichkeiten entwickelt. Neben den staatlichen Varianten Gründungszuschuss und Einstiegsgeld gibt es noch zahlreiche weitere Förderprogramme wie das neue KfW-StartGeld. Informationen dazu finden Sie in den entsprechenden Kapiteln und Abschnitten.

Sie können das Eigenkapital auch erhöhen, indem Sie bei Verwandten oder Freunden ein privates Darlehen aufnehmen bzw. einem Geschäftspartner eine Beteiligunganbieten. Beide Varianten bergen jedoch ein gewisses Risiko. Während erstere mit einer gesteigerten Verantwortung verbunden ist, bedeutet zweite die Übertragung bestimmter Zuständigkeitsbereiche und Kompetenzen auf eine externe Person und somit den teilweisen Verlust der unternehmerischen Unabhängigkeit. Sondieren Sie, wie viel Eigenkapital vorhanden ist. Dadurch lässt sich nicht nur exakter bestimmen, ob das geplante Vorhaben überhaupt realisierbar ist, sondern auch, wie viel Fremdkapital benötigt wird. Sie sollten hierbei unbedingt darauf achten, nicht Ihr gesamtes Vermögen in das Unternehmen zu stecken und sich eine finanzielle Reserve für unvorhergesehene Notfälle zurückzulegen.

Übrigens: Eigenkapital ist vor allem wichtig für Unternehmungen, die hohe Anfangs-investitionen erfordern. Einige Gründungsvorhaben – insbesondere freiberufliche – benötigen keine großartigen Investitionen und kommen daher ganz ohne Eigenkapital aus. Fragen Sie sich also erst einmal, ob Ihre geplanten Investitionen auch wirklich notwenig sind. Prüfen Sie, wo Sie eventuell sparen können. Ist es beispielsweise möglich, Ihre Einrichtung, Maschinen oder EDV-Anlagen gebraucht zu erstehen? Oder können Sie auf ein eigenes Büro oder Auto sogar ganz verzichten? Vielleicht haben Sie auch die Gelegenheit, sich mit anderen Gründern zusammenzutun und sich die Kosten für Anschaffungen zu teilen. Es gibt zahlreiche Wege, die Finanzierungsunkosten minimal zu halten oder zu senken.

Beantworten Sie die folgenden Fragen, um zu erfahren, was Sie hinsichtlich des Eigenkapitals beachten müssen.

Checkliste: Eigenkapital

  • Besitzen Sie Eigenkapital in Form von Sparguthaben, Wertpapieren bzw. Festgeld, Sachanlagen oder Eigenleistungen?
  • Deckt Ihr Eigenkapital mindestens 15 – 20 Prozent der Investitionskosten?
  • Falls nicht, haben Sie sich über spezielle Fördermöglichkeiten für Gründer ohne nennenswertes Eigenkapital informiert?
  • Falls nicht, haben Sie die Möglichkeit, ein privates Darlehen aufzunehmen oder einen Geschäftspartner zu gewinnen?
  • Können Sie vermeiden, Ihr gesamtes Vermögen in Ihr Vorhaben zu investieren?

Aktualisiert am 10. September 2014