Fort- und Weiterbildungen für Existenzgründer und Führungskräfte aus Kleinen und Mittelständischen Unternehmen

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Versicherungen

Ihr Versicherungsschutz sollte nicht nur aus Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung bestehen. Um existenzbedrohlichen Krisen vorzubeugen, empfiehlt es sich, weitere Versicherungen abschließen. Analysieren Sie Ihre persönlichen und betrieblichen Risiken. Sprechen Sie mit Ihrer Versicherungsgesellschaft und lassen Sie sich ein individuelles Versicherungspaket zusammenstellen. Beachten Sie dabei, dass Sie sich vor allem gegen diejenigen Risiken absichern sollten, die eine Fortführung des Unternehmens unmöglich machen. Im Folgenden erläutern wir Ihnen die wichtigsten Versicherungen. (Informationen zur Arbeitslosen- und Rentenversicherung erhalten Sie im Kapitel Gründungszuschuss und Einstiegsgeld.)

Als Unternehmer bzw. Freiberufler können Sie frei entscheiden, ob und wie Sie sich versichern lassen wollen. Sie sollten es jedoch unter keinen Umständen versäumen, eine Kranken- und Pflegeversicherung abzuschließen. Im Falle einer schweren oder chronischen Erkrankung müssen Sie bei fehlender Kranken- und Pflegeversicherung nicht nur tief in die eigene Tasche greifen, es wird außerdem schwierig sein, eine Krankenkasse zu finden, die Sie dann noch aufnimmt.

Sie haben grundsätzlich die Möglichkeit, zwischen einer gesetzlichen und einer privaten Krankenkasse zu wählen. Während sich der Beitrag für die gesetzliche Krankenversicherung aus Ihrem Gewinn und dem individuellen Beitragssatz ergibt, richten sich die Kosten für eine private Krankenversicherung nach dem Umfang der gebotenen Leistungen und nach Ihrem Alter. Bei einem Beitragsgssatz von beispielsweise 14,2 Prozent schwankt der zu entrichtende Beitrag für die gesetzliche Krankenversicherung zwischen derzeit (2007) 260,92 Euro (Mindestbeitrag) und 505,87 Euro (Höchstbeitrag). Der Mindestbeitrag für die Pflegeversicherung liegt 2007 bei 23,89 Euro, der Höchstbeitrag bei 69,47 Euro.

Die gesetzliche Unfallversicherung schließen Sie bei einer der rund 35 Berufs-genossenschaften ab. Für die meisten Unternehmer besteht keine Versicherungspflicht. (Genauere Informationen erhalten Sie bei Ihrer Berufsgenossenschaft.) Die Unfallversicherung beinhaltet Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren, wobei nicht nur die Verletzten, sondern auch – im Falle des Todes – die Hinterbliebenen entschädigt werden.

Sie können die Unfallversicherung um die Berufsunfähigkeitsversicherung erweitern. Mit der Berufsunfähigkeitsversicherung sichern Sie sich gegen Krankheiten oder Verletzungen ab, die dazu führen, dass Sie Ihrer Arbeit teilweise oder gar nicht mehr nachkommen können. Die Höhe der Versicherungsprämie hängt unter anderem davon ab, zu welcher Berufsgruppe Sie gehören, wie alt Sie sind und wie Ihr Gesundheitszustand ist. Die Höhe der Rente ergibt sich wiederum aus dem Grad der Invalidität.

Auch auf die Haftpflichtversicherung sollten Sie keineswegs verzichten. Die Gewerbe- bzw. Produkthaftpflichtversicherung kommt für Schäden auf, die Sie im Rahmen Ihrer selbständigen Tätigkeit hervorrufen, und schützt Sie vor unberechtigten oder überhöhten Schadensersatzansprüchen. Hierbei sind natürlich nur die Schäden gemeint, die Sie unbeabsichtigt oder fahrlässig verursacht haben, also keine Schäden, die absichtlich herbeigeführt wurden. Übrigens: Zu manchen Berufsgruppen wie Ärzten oder Rechtsanwälten gehört die Haftpflichtversicherung zu den Pflichtversicherungen. Genaue Informationen erhalten Sie bei Ihrer Kammer bzw. Ihrem Berufsverband.

Bei Abschluss einer Rechtsschutzversicherung sind Sie im Falle eines Rechtsstreits gegen die damit verbunden Unkosten versichert. Das Leistungspaket beinhaltet die gesetzlichen Anwaltgebühren, die Sachverständigenhonorare, die Gerichtskosten sowie die Kosten des Gegners, sofern Sie diese übernehmen müssen. Da eine Rechtsschutzversicherung auf den ersten Blick nicht zwingend erforderlich scheint, soll nicht unerwähnt bleiben, dass sie häufig der einzige Weg ist, sich gegen ungerechtfertigte Ansprüche zu wehren und eigene Ansprüche durchzusetzen.

Es gibt eine Vielzahl weiterer Versicherungen, die Sie – je nach Beruf und Branche – abschließen sollten. Dazu zählen die Wohnungsgebäudeversicherung, die Sie gegen Brand-, Feuer- und Leitungswasserschäden schützt, die Einbruchdiebstahl-versicherung sowie die Kraftfahrzeugversicherung.

Eine besondere Form des Versicherungsschutzes genießen Künstler, Dozenten und Publizisten. Diese haben die Möglichkeit, der Künstlersozialkasse (KSK) beizutreten. Wenn Sie die Kriterien der KSK erfüllen und aufgenommen werden, zahlen Sie nur noch den halben Beitragssatz. Das Versicherungspaket der KSK beinhaltet Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Wie hoch der zu entrichtende Beitrag letztlich ausfällt, ist wiederum einkommensabhängig. Für gewöhnlich verlässt sich die KSK dabei auf die Schätzungen ihrer Versicherten. Seit dem 1. Juli 2007 (Reform des KSK-Gesetzes) überprüft die Künstlersozialkasse mit jährlichen Stichproben ihre Mitglieder und deren Einkommensverhältnisse jedoch intensiver. Falls Sie nicht abschätzen können, ob Ihre selbständige Tätigkeit dem Anforderungsprofil der KSK entspricht, sollten Sie auf http://www.kuenstlersozialkasse.de weitere Informationen einholen.

Aktualisiert am 9. September 2014